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Injektionsmörtel richtig anwenden: Einfach in 7 Schritten

injektionsmörtel richtig anwenden mit btfix sf-300, kartuschenpresse und montagezubehör.

Injektionsmörtel richtig anwenden beginnt schon vor dem ersten Druck auf die Kartuschenpresse. Passt der Mörtel zum Untergrund? Brauchst du eine Siebhülse? Wie sauber muss das Bohrloch sein, und wann darfst du die Befestigung belasten?

Hier erklären wir dir die Montage mit Gewinde- oder Ankerstangen Schritt für Schritt. Dazu kommen Verbrauchsbeispiele, Hinweise zu warmen Kartuschen und Antworten auf die Fragen, die uns in der Praxis häufig begegnen.

Was ist Injektionsmörtel und wie funktioniert er?

Injektionsmörtel wird auch Verbundmörtel, Ankermörtel oder umgangssprachlich Ankerkleber genannt. In der Kartusche liegen zwei Komponenten getrennt voneinander vor: Harz und Härter. Beim Auspressen führt der Statikmischer beide zusammen. Seine feststehenden Mischelemente sorgen dafür, dass sie sich auf dem Weg durch die Düse vermischen.

Der gemischte Mörtel kommt in das vorbereitete Bohrloch. Anschließend setzt du die passende Ankerstange ein. Nach dem Aushärten überträgt der Verbund die Lasten in den Untergrund. Das Verankerungselement und der Mörtel bilden gemeinsam den Verbunddübel. [1]

Typische Anwendungen sind beispielsweise Konsolen, Halterungen oder Fußplatten. Wie viel eine konkrete Befestigung tragen darf, hängt zusätzlich von Baustoff, Verankerungstiefe, Randabständen, Ankeranordnung und Belastungsrichtung ab.

Welcher Injektionsmörtel passt: SF-300, VS-300 oder AR-300?

Beginne mit dem Baustoff und der vorgesehenen Anwendung. Die drei Varianten in unserem Sortiment haben unterschiedliche Einsatzschwerpunkte.

Die Mörtelvarianten im Überblick
Variante Wofür kommt sie infrage? Darauf achtest du
BTFIX SF-300 Montagen in ungerissenem Beton sowie in den von der Mauerwerks-ETA erfassten Steinen. Für Mauerwerk den konkreten Stein, die Ankergröße und gegebenenfalls die vorgesehene Siebhülse abgleichen.
BTFIX VS-300 Montagen in gerissenem und ungerissenem Beton sowie Mauerwerk nach den jeweiligen Systemunterlagen. Zusätzlich liegt eine ETA für nachträgliche Bewehrungsanschlüsse vor. Ein nachträglicher Bewehrungsanschluss ist eine eigene, geplante Anwendung mit Bewehrungsstäben.
BTFIX AR-300 Wintervariante für kalte Verarbeitungsbedingungen; für Beton ist der bewertete Anwendungsbereich zu beachten. Bei höheren Temperaturen verkürzt sich die Verarbeitungszeit deutlich. Die Winterrezeptur deshalb gezielt auswählen.

Bewehrung richtig einordnen: Bereits vorhandener Bewehrungsstahl im Beton bedeutet allein noch nicht, dass du einen Bewehrungsanschluss herstellst. Beim nachträglichen Bewehrungsanschluss werden Bewehrungsstäbe zur Kraftübertragung zwischen Betonbauteilen eingeklebt. Dafür kommt aus unserem Sortiment der VS-300 mit der entsprechenden Bewertung infrage.

Ob dein Beton als gerissen oder ungerissen anzusetzen ist, ergibt sich aus der Planung. Mehr dazu findest du im Beitrag gerissener und ungerissener Beton. Die folgende Anleitung konzentriert sich auf das Setzen von Gewinde- und Ankerstangen.

Brauche ich eine Siebhülse?

Entscheidend ist, ob dein Bohrloch in einem massiven Baustoff oder in einem Stein mit Hohlkammern liegt. Wenn du den Wandaufbau noch nicht kennst, hilft dir unser Überblick Welcher Dübel hält wo?.

Beton und Vollstein: direkter Verbund zur Bohrlochwand

Bei der hier beschriebenen Montage im geeigneten Vollmaterial wird der Mörtel direkt in das gereinigte Bohrloch eingebracht. Er umschließt die Ankerstange und verbindet sie mit der Bohrlochwand. Eine Siebhülse wird dabei nicht eingesetzt. Sie gehört nicht vorsorglich in jedes Bohrloch.

Lochstein: Siebhülse hält den Mörtel am Montagepunkt

In einem Lochstein könnte Mörtel unkontrolliert in die Hohlkammern gelangen. Die passende Siebhülse für Verbundmörtel begrenzt diesen Mörtelfluss. Beim Einsetzen der Ankerstange wird Mörtel durch ihre Öffnungen gedrückt. So entstehen Mörtelkörper, die sich im Bereich der Stege und Hohlräume verankern. [1] [3]

Hülse, Ankerdurchmesser und Länge müssen zum gewählten System passen. Bei Porenbeton, unbekanntem Altbaumauerwerk oder Sondersteinen ist eine eigene Prüfung der passenden Montage erforderlich; die Einteilung „Vollstein oder Lochstein“ beantwortet diese Fälle noch nicht vollständig.

ankerstange mit injektionsmörtel im vollmaterial und mit siebhülse im lochstein.

Welches Werkzeug brauchst du?

  • Bohrmaschine beziehungsweise Bohrhammer mit geeignetem Bohrer und Tiefenanschlag.
  • Zum System passende Bohrlochbürste und ein geeigneter Bohrloch-Ausbläser oder die vorgeschriebene Druckluftausrüstung.
  • Injektionsmörtel, passenden Statikmischer und eine stabile Kartuschenpresse.
  • Vorgesehene Ankerstangen, Muttern und Unterlegscheiben; bei Lochstein zusätzlich passende Siebhülsen.
  • Maßband, Stift, geeigneten Auffanguntergrund für den Vorlauf sowie Werkzeug zum Öffnen der Folie.
  • BATIFIX Schutzbrille Basic als Augenschutz.
  • BATIFIX Schutzhandschuhe Universal Flex für vorbereitende Montagearbeiten.

Normale oder Profi-Kartuschenpresse?

Injektionsmörtel lässt sich deutlich schwerer auspressen als viele Silikone oder Acryle. Nutze deshalb eine stabile, für den Mörtel geeignete Presse. Eine einfache, nachgiebige Skelettpistole ist dafür keine gute Wahl.

Unsere Kartuschenpresse bis 310 ml genügt bereits für die hier vorgestellten 300 ml Kartuschen. Die Profi-Kartuschenpresse bis 310 ml bietet eine höhere Kraftübersetzung. Du benötigst dadurch weniger Handkraft, was besonders bei mehreren Befestigungen angenehm ist.

Warme Kartusche nach dem Transport: erst temperieren

Im Sommer kann eine Kartusche im Lieferfahrzeug oder auf der Baustelle stark aufheizen. Lagere sie vor der Verarbeitung geschützt vor Sonne und bringe sie in den für das Produkt vorgesehenen Temperaturbereich. Plane dafür ausreichend Zeit ein: Die Oberfläche kann bereits abgekühlt sein, während der Inhalt noch warm ist.

Bei SF-300 und VS-300 ist eine passend temperierte Kartusche um etwa +20 °C für viele Anwendungen ein sinnvoller Ausgangspunkt; zusätzliche Vorgaben der jeweiligen Montageanleitung gelten weiter. Eine heiße Kartusche kann die verfügbare Arbeitszeit stark verkürzen. Beim AR-300 ist die Temperaturführung an seine Winterrezeptur anzupassen.

Merke: Lufttemperatur, Untergrundtemperatur und Mörteltemperatur sind unterschiedliche Größen. Eine warme Kartusche verkürzt nicht automatisch die erforderliche Aushärtezeit in einem kalten Bauteil.

Injektionsmörtel richtig anwenden: die Montage in sieben Schritten

Lege vor dem Start alle Teile bereit. Sobald du den gemischten Mörtel einbringst, läuft die Verarbeitungszeit. Angaben zu Bohrdurchmesser, Tiefe, Reinigung und Drehmoment entnimmst du der Anleitung für genau deine Kombination.

1. Montagepunkt prüfen und Bohrloch herstellen

Prüfe den Untergrund und schließe aus, dass Leitungen oder andere Einbauteile im Bohrbereich liegen. Bohre mit dem vorgesehenen Durchmesser und der erforderlichen Tiefe. Das passende Bohrverfahren hängt vom Baustoff und dem Befestigungssystem ab; bei empfindlichen Lochsteinen darf das Steininnere nicht unnötig zerstört werden.

Bewehrung darfst du nicht eigenmächtig durchtrennen. Triffst du auf Stahl oder einen unerwarteten Hohlraum, kläre die weitere Ausführung. Ein größeres oder tieferes Bohrloch ist keine pauschale Lösung.

2. Bohrloch gründlich reinigen

Entferne Bohrmehl und lose Rückstände bis zum Bohrlochgrund. Üblich ist die Folge ausblasen, ausbürsten, erneut ausblasen. Anzahl und Ausrüstung sind systemabhängig. Die Bürste muss den vorgeschriebenen Durchmesser besitzen und an der Bohrlochwand wirksam reinigen.

Ein konkretes Beispiel: Die SF-300-Systemunterlagen nennen bei zulässiger manueller Reinigung mindestens viermal ausblasen, viermal bürsten, viermal ausblasen. Die Grenzen für Durchmesser und Tiefe dieser Reinigungsmethode sind ebenfalls zu beachten. Übertrage diese Zahlen nicht ungeprüft auf eine andere Anwendung.

Halte die Ausblasdüse bis zum Bohrlochgrund und bürste über die erforderliche Tiefe. Mit dem Mund in das Loch zu pusten oder nur den sichtbaren Staub am Eingang zu entfernen, reicht nicht aus.

3. Kartusche öffnen und Statikmischer aufschrauben

Bei den hier gezeigten Folienbeutelkartuschen entfernst du zunächst den Schraubdeckel. Darunter sitzt das verschlossene Folienende mit Metallring. Schneide den Beutel unmittelbar unterhalb des Rings auf, sodass das verschlossene Ende entfernt wird. Der Gewindestutzen der Kartusche bleibt erhalten.

Schraube anschließend den passenden Statikmischer fest auf und lege die Kartusche in die Presse ein. Ein einfacher Auslaufaufsatz für Silikon ersetzt den Statikmischer nicht. Verändere oder kürze das Mischelement nicht.

injektionsmörtelkartusche mit verschlossenem und unterhalb des metallrings geöffnetem folienbeutel.

4. Mörtelvorlauf auspressen und verwerfen

Beim ersten Auspressen ist das Mischungsverhältnis am Auslass noch nicht zuverlässig gleichmäßig. Der Statikmischer muss sich zunächst mit beiden Komponenten füllen.

Die Farbe kann sich anfangs von dunkel zu einem gleichmäßigen Grau verändern. Der Vorlauf gehört nicht in das Bohrloch. Auch nach einem Mischerwechsel musst du erneut Vorlauf auspressen. Bei anderen Kartuschen oder Systemen gilt die jeweils vorgesehene Ausschussmenge.

dunkler mörtelvorlauf und anschließend gleichmäßig gemischter grauer mörtel auf einer auffangunterlage.

5. Bohrloch oder Siebhülse vom Grund aus befüllen

Führe den Mischer bis zum Bohrlochgrund beziehungsweise bis zum hinteren Ende der eingesetzten Siebhülse. Presse den Mörtel aus und ziehe den Mischer dabei langsam zurück. Dadurch füllst du von hinten nach vorn und vermeidest unnötige Lufteinschlüsse.

Im Vollmaterial braucht die Ankerstange beim Einsetzen Platz und verdrängt einen Teil des Mörtels. Der vorgeschriebene Füllgrad ist deshalb einzuhalten. In einer Siebhülse ist mehr Mörtel nötig: Beim SF-300-Mauerwerkssystem sieht die Anleitung beispielsweise eine vollständige Füllung der Hülse vor.

6. Ankerstange innerhalb der Verarbeitungszeit einsetzen

Die Ankerstange muss sauber und frei von Öl oder sonstigen Verunreinigungen sein. Markiere vorher wenn nötig die erforderliche Setztiefe. Schiebe die Stange mit leicht drehender Bewegung bis zu dieser Markierung ein. Erledige auch erforderliche Korrekturen innerhalb der zulässigen Verarbeitungszeit.

Bei der Montage im Vollmaterial soll der Mörtel den vorgesehenen Verankerungsbereich vollständig umschließen. Fehlt offensichtlich Mörtel oder lässt sich die Stange wegen beginnender Aushärtung nicht mehr korrekt setzen, muss die Montage überprüft und fachgerecht neu ausgeführt werden.

7. Unbewegt aushärten lassen und anschließend montieren

Lass die gesetzte Stange während der Aushärtung unberührt. Richte sie nicht nachträglich aus und ziehe die Mutter noch nicht fest. Erst nach Ablauf der für die Bedingungen geltenden Aushärtezeit montierst du das Anbauteil und ziehst die Mutter mit dem vorgesehenen Drehmoment an.

Eine oberflächlich harte Mörtelwulst am Bohrlocheingang ersetzt die Zeitvorgabe nicht. Bei mehreren Befestigungen hilft es, die Setzzeit zu notieren.

montage mit injektionsmörtel: bohren, reinigen, vorlauf verwerfen, befüllen, ankerstange einsetzen und aushärten.

Wie viel Injektionsmörtel brauche ich?

Der Verbrauch hängt vor allem von Bohrlochdurchmesser, Tiefe, Ankerdurchmesser und einer möglichen Siebhülse ab. Bei Lochsteinen kommt zusätzlich Mörtel durch die Hülsenöffnungen in den Verankerungsbereich. Deshalb fällt die Kartuschenreichweite häufig deutlich geringer aus als bei einer Montage ohne Hülse.

Die folgenden Werte stammen aus unserer Verbrauchsübersicht. Sie sind Richtwerte für genau die aufgeführten Abmessungen. Die Tabellen legen weder eine erforderliche Verankerungstiefe noch eine zulässige Kombination fest. Wähle zuerst die Befestigung nach den passenden Systemunterlagen und ermittle danach den Materialbedarf.

Verbrauchsbeispiele ohne Siebhülse
Ankergröße Bohrloch-Ø Bohrlochtiefe Mörtelbedarfje Bohrloch, ca. Bohrlöcherje 300 ml Kartusche, ca.
M8 10 mm 80 mm 5,2 ml 50
M10 12 mm 90 mm 7,3 ml 36
M12 14 mm 100 mm 9,8 ml 26
M16 18 mm 100 mm 13,6 ml 19
Verbrauchsbeispiele mit Siebhülse
Ankergröße SiebhülseØ × Länge BohrlochØ / Tiefe Mörtelbedarfje Bohrloch, ca. Bohrlöcherje 300 ml Kartusche, ca.
M8 12 × 80 mm 12 / 85 mm 11,2 ml 23
M10 16 × 85 mm 16 / 90 mm 24,9 ml 10
M12 16 × 130 mm 16 / 135 mm 38,0 ml 6
M16 20 × 130 mm 20 / 135 mm 62,9 ml 4

Die Hülsenbeispiele sind keine allgemeine Freigabe für SF-300, VS-300 oder AR-300. Insbesondere Ankergrößen und Hülsenlängen müssen in der jeweiligen Anwendung abgedeckt sein. Die tatsächliche Reichweite verändert sich durch Vorlauf, Mischerwechsel, Verluste und die eingebrachte Menge.

Rechenbeispiel: 20 Befestigungen mit M10

Bei den genannten Abmessungen ohne Hülse ergeben 20 × 7,3 ml = 146 ml einen ersten Materialansatz. Nach dem Richtwert von etwa 36 Bohrlöchern je 300 ml Kartusche reicht dafür üblicherweise eine Kartusche.

Mit einer Siebhülse 16 × 85 mm ergeben 20 × 24,9 ml = 498 ml einen ersten Materialansatz. Der Richtwert von etwa zehn Bohrlöchern je Kartusche entspricht dafür ungefähr zwei Kartuschen. Plane bei häufigen Unterbrechungen und unbekanntem Mauerwerk eine zusätzliche Reserve ein.

Wann darf ich die Befestigung belasten?

Bei Injektionsmörtel musst du zwei Zeiten auseinanderhalten:

  • Verarbeitungszeit: In diesem Zeitfenster muss das Einbringen des Mörtels und das Einsetzen der Ankerstange abgeschlossen sein. Bei Injektionssystemen wird die offene Zeit ab Beginn der Injektion bis zum vollständigen Einsetzen betrachtet. [2]
  • Aushärtezeit: So lange muss die gesetzte Befestigung unter den vorgesehenen Bedingungen aushärten, bevor du sie anziehst und belastest.

Temperatur und Feuchtigkeit beeinflussen diese Zeiten. Lies deshalb immer die Tabelle des verwendeten Produkts und beachte, auf welche Temperatur sie sich bezieht.

SF-300: Zeitwerte aus den Beton-Systemunterlagen

SF-300: Auszug für Beton, Untergrundtemperatur im Bohrloch
Untergrundtemperatur Verarbeitungszeit Aushärtezeittrockener / feuchter Beton
0 °C bis unter +10 °C 20 Minuten 90 Minuten
+10 °C bis unter +20 °C 9 Minuten 60 Minuten
+20 °C bis unter +30 °C 5 Minuten 30 Minuten
+30 °C bis +35 °C 3 Minuten 20 Minuten

Grundlage: ETA-15/0008, Anhang B2, Tabelle B2, aus den bei SF-300 verlinkten Unterlagen. Dort ist für diese Zeitwerte eine Mörteltemperatur von mindestens +20 °C vorgesehen. Die Übersicht ist auf den im Shop genannten oberen Verarbeitungspunkt +35 °C begrenzt. Für Mauerwerk gelten die zugehörigen Montagebedingungen und Zeiten; bei feuchten Bedingungen können längere Zeiten erforderlich sein.

VS-300: Beispiele für Untergrundtemperaturen über null

VS-300: Auszug aus dem technischen Datenblatt
Untergrundtemperatur Verarbeitungszeit Aushärtezeit Aushärtezeitbei Feuchtigkeit: × 2
+5 °C 20 Minuten 90 Minuten 180 Minuten
+15 °C 9 Minuten 60 Minuten 120 Minuten
+25 °C 5 Minuten 30 Minuten 60 Minuten
+35 °C 3 Minuten 20 Minuten 40 Minuten

Grundlage: technisches Datenblatt BTFIX VS-300, Version 21.11.2025, Seite 3. Die Feuchtigkeitswerte sind aus dem dort angegebenen Faktor × 2 berechnet. Der Auszug zeigt ausgewählte Temperaturen; für weitere Bedingungen gelten die vollständigen Produktunterlagen.

AR-300: Zeitwerte für die Winterrezeptur

Beim AR-300 nennt das zugrunde gelegte Datenblatt ausdrücklich die Harz- beziehungsweise Mörteltemperatur als Tabellenbezug. Verwechsle sie nicht mit der Lufttemperatur auf der Baustelle.

AR-300: Mörteltemperatur und Zeiten nach technischem Datenblatt
Mörteltemperatur Verarbeitungszeit Aushärtezeittrockener Beton Aushärtezeitnasser Beton
−20 °C 108 Minuten 24 Stunden 48 Stunden
−10 °C 48 Minuten 16 Stunden 32 Stunden
−5 °C 30 Minuten 90 Minuten 180 Minuten
0 °C 18 Minuten 54 Minuten 108 Minuten
+15 °C 6 Minuten 18 Minuten 36 Minuten

Grundlage: technisches Datenblatt der AR-Winterrezeptur, Version 27.02.2026, Seite 2. Die Werte für nassen Beton sind aus der dort angegebenen Verdoppelung berechnet. Zusätzlich müssen Untergrund und Montagebedingungen im vorgesehenen Anwendungsbereich liegen. Bei unterschiedlich temperierter Kartusche und kaltem Untergrund lässt sich aus dieser Tabelle allein keine verkürzte Aushärtezeit ableiten.

Die Tabellen liefern keine frei austauschbaren Werte für alle Mörtel und Baustoffe. Bei Temperaturen zwischen einzeln genannten Tabellenpunkten und bei wechselnden Bedingungen ist die produktspezifische Anleitung maßgeblich; rechne dir keine kürzere Aushärtezeit selbst aus.

Häufige Fehler und Fragen zu Injektionsmörtel

Warum wird der Injektionsmörtel nicht hart?

Prüfe zuerst den Vorlauf: Wurde die erste Menge verworfen, und trat danach gleichmäßig gemischter Mörtel aus? Weitere mögliche Ursachen sind ein ungeeigneter oder beschädigter Mischer, eine unvollständig geöffnete Kartusche, zu niedrige Temperaturen oder eine überlagerte beziehungsweise falsch gelagerte Kartusche.

Solange der Mörtel weich bleibt oder Zweifel an der Mischung bestehen, darfst du die Befestigung nicht belasten. Zusätzliches Material am Bohrlocheingang behebt keine fehlerhafte Mischung im Verankerungsbereich. Prüfe die Ursache und führe die betroffene Befestigung fachgerecht neu aus.

Kann ich eine angebrochene Kartusche wiederverwenden?

Ja, wenn die Kartusche dafür vorgesehen ist, die Komponenten im Inneren unvermischt geblieben sind und Haltbarkeit sowie Lagerbedingungen eingehalten wurden. Bei der erneuten Verwendung brauchst du einen neuen passenden Statikmischer und erneut Mörtelvorlauf.

Verschließe beziehungsweise lagere die Kartusche nach der Produktanweisung. Drücke keinen ausgehärteten Mischer mit Gewalt frei. Auch nach einer Arbeitspause, die die zulässige Verarbeitungszeit überschreitet, ist ein neuer Mischer nötig.

Kann ich abgelaufenen Injektionsmörtel noch verwenden?

Verwende für die geplante Befestigung Mörtel innerhalb der angegebenen Haltbarkeit. Dass ein Rest auf Pappe noch hart wird, belegt keine ausreichende Tragfähigkeit im Bauteil. Bei überlagerter Ware ist eine neue Kartusche die verlässliche Grundlage für die Montage.

Warum lässt sich die Kartusche so schwer auspressen?

Kontrolliere, ob der Folienbeutel richtig geöffnet ist, der passende Mischer frei ist und die Kartusche im vorgesehenen Temperaturbereich liegt. Auch eine zu schwache Presse kann die Ursache sein. Steigt der Widerstand während einer Pause plötzlich an, kann bereits Mörtel im Mischer aushärten. Unterbrich die Arbeit und prüfe die Ursache, statt die Presse mit Gewalt zu betätigen.

Darf ich den Statikmischer durch eine Silikondüse ersetzen?

Nein. Die innere Mischgeometrie gehört zum System und vermengt die aus der Kartusche dosierten Komponenten gleichmäßig. Eine normale Auslaufdüse erfüllt diese Aufgabe nicht.

Ist styrolfreier Mörtel ungefährlich?

Styrolfrei bedeutet nicht frei von Gefahrstoffen. Beachte die Kennzeichnung und das Sicherheitsdatenblatt, vermeide Hautkontakt und schütze deine Augen. Geeignete Schutzhandschuhe richten sich nach den Angaben zum Produkt; einfache Montagehandschuhe sind nicht automatisch als Chemikalienschutz geeignet.

Wann brauche ich Unterstützung bei der Auswahl?

Wenn du den Baustoff nicht sicher bestimmen kannst, Unterlagen und Anwendung nicht zusammenpassen oder eine sicherheitsrelevante Befestigung wie ein Geländer oder Vordach geplant ist, muss die Ausführung vorab geklärt werden. Allein aus der Stangengröße oder der Mörtelmenge lässt sich die zulässige Belastung nicht ablesen.

Du möchtest Injektionsmörtel richtig anwenden und suchst die passenden Komponenten? Bei BATIFIX findest du Mörtel, Pressen und Montagezubehör. Nenne uns Baustoff, Anbauteil, Ankergröße und Einbaubedingungen, damit wir die passende Produktauswahl mit dir eingrenzen können.

Weiterlesen: Unser Ratgeber Schrauben auswählen: Werkstoffe und Festigkeitsklassen erklärt, worauf es bei Material, Korrosionsschutz und Kennzeichnung deiner Verbindungselemente ankommt.

Fachliche Quellen und weiterführende Informationen

  1. Deutsches Institut für Bautechnik (DIBt): Verbunddübel – Aufbau, Untergründe und technische Regeln.
  2. EOTA: EAD 330499-02-0601 – Verbunddübel und Verbundspreizdübel zur Verwendung in Beton, insbesondere Begriffe und Beurteilung der Montagebedingungen.
  3. EOTA: EAD 330076-01-0604 – Metall-Injektionsdübel zur Verankerung in Mauerwerk, insbesondere Systembestandteile und Verankerung in Voll- und Lochsteinen.

Die allgemeinen Fachquellen erklären Wirkprinzip und Bewertungsgrundlagen. Produktspezifische Montageangaben und Zeitwerte beruhen auf den jeweiligen technischen Produktunterlagen; die Grundlagen sind bei den Tabellen genannt. Die Verbrauchswerte sind Richtwerte aus der BATIFIX-Verbrauchsübersicht.

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